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Kantonsspital Winterthur KSW führt als erstes Spital
in der Schweiz die mediterrane Ernährung offiziell ein
Dass Essen im Spital nicht nur
überdurchschnittlich gut, sondern auch nachweislich
gesundheitsfördernd sein kann, beweist das Kantonsspital
Winterthur: Es nimmt mediterrane Ernährung offiziell in
seine Menüwahl auf und verschreibt sie seinen
Herzpatienten.
So einfach sie klingt, so wirkungsvoll ist sie: Wer
weniger Fleisch, mehr Brot, viel Gemüse und Fisch,
Oliven- oder Rapsöl und täglich Früchte auf den
Speisezettel setzt, wer Butter und Rahm durch Margarine
auf Rapsöl-Basis ersetzt, kann das Risiko von
Herzkreislauferkrankungen markant senken. Menschen ohne
Alkoholprobleme können ein tägliches Glas Wein
hinzufügen. Die Bestandteile dieser in
Mittelmeer-Ländern häufig anzutreffenden Lebensmittel
haben einen starken Stoffwechsel-Effekt, der die
Blutfette günstig beeinflusst, der Arteriosklerose
vorbeugt und so Krankheiten wie Herzinfarkt, Hirnschlag
oder die sogenannte "Schaufensterkrankheit"
verhindern hilft.
PD Dr. Peter Ballmer, Chefarzt der Medizinischen
Klinik am KSW und "Mister Mediterran" unter den
Schweizer Medizinern, bezeichnete es an einer
Medienorientierung heute als sensationell, dass mit
"so wenig so viel erreicht werden kann". Der
Effekt ist wissenschaftlich sehr gut begründet; die
"Lyon Diet Heart Study" z.B. zeigt, dass unter
je 300 Personen zweier Vergleichsgruppen in jener mit
mediterraner Ernährung die Zahl der Herzinfarkte nach
vier Jahren 14 betrug, in jener ohne diese Ernährung
hingegen 44.
Die mediterrane Ernährung wird im KSW auf drei Arten
gefördert: Sie wird Herzpatienten ans Herz gelegt, sie
steht auf dem normalen Speisezettel für alle zur
Auswahl, und sie wird auf der KSW-eigenen
Ernährungsberatungsstelle instruiert. In der KSW-Küche,
1995 nach modernsten Erkenntnissen neu gebaut, setzt man
die Erkenntnisse der Ernährungsforschung um, indem jetzt
die mediterrane Ernährung als Teil des Angebotes in den
Speisezettel eingebaut wird. Dies ohne Zwang, wie
Küchenchef Ruedi Manser betont, sondern durch
Information und ein breites, "anmächeliges"
Angebot, das höchsten gastronomischen Anforderungen
genügt. Er spricht grundsätzlich von
"Gästen", nicht von Patienten. Der Service ist
in der Tat erstaunlich; Die grösste Küche der Stadt
Winterthur stellt beispielsweise pro Abendessen 450
individuell vorbestellte Menüs zusammen, was dank einer
ausgeklügelten, über viele Jahre entwickelten Logistik
möglich ist. Manser und sein rund 60köpfiges Team aus
Köchen, Ernährungsspezialisten etc. lässt in seinem
Betrieb gar nicht erst Diät- und Kur-Atmosphäre
aufkommen: Der Genuss, die freie Wahl der Menüs und die
Qualität der Verarbeitung erinnern in der Tat eher an
ein Restaurant bester Qualität.
Quelle +© Kantonsspital Winterthur KSW
Meldung vom Februar 2000
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